Esta noche me emborrachoMusik und Text: Enrique Santos Discépolo, 1928 |
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Enrique Santos Discépolo (1901-1951), Autor von Tangotexten mit einer bisher unerreichten Tiefe und Poetik, war dafür bekannt, dass seine oft bedrückend traurigen Verse ihren Ursprung in echten Erlebnissen, in Beobachtungen auf der Straße hatten. Im Fall von Esta noch me emborracho, so berichtet der Schauspieler, Dichter, Komponist, Kinobetreiber, Orchesterleiter und Lebemann Diescépolo 1946 selbst, war der Auslöser das reale Erlebnis der menschlichen Vergänglichkeit in Form von Tuberkulosekranken, die in einem heruntergekommenen, elenden Spital dem Tod hoffnungslos entgegensiechen. Der Anblick des sterbenden Freundes, den er dort besuchte, frustrierte ihn so, dass ihm ein hemmungsloses Besäufnis als einziger Ausweg erschien. Doch Tuberkulosekranke sind kein passender Stoff für einen Tangotext. Und so verflocht er diese selbst erlebte, tiefe emotionale Bedrückung mit der frustrierend-ernüchternden Begegnung mit einer vor jahrzehnten bewunderten, nun aber jeglichen Glanzes beraubten Bekannten in den nächtlichen Straßen von Buenos Aires. Von Discépolo stammt das berühmte Zitat, der Tango sei ein trauriger Gedanke, den man tanzen könne. Beschäftigt man sich mit Esta noche me emborracho (Diese Nacht werde ich mich betrinken) aus dem Jahr 1928, begegnet man der tiefen Wahrheit dieses Ausspruchs. Denn der mit tiefgründigen Metaphern gespickte Text handelt von einem Mann, der nach langer Zeit einer Frau begegnet, die er einst liebte und für die er alles aufgegeben hatte, sogar seine Freunde. Nun sieht er voller Bedauern, wie ihre Schönheit verschwunden ist, sie nur noch ein Wrack ist, merkt, dass sein Leben umsonst zerstört wurde, und beschließt, sich gnadenlos zu betrinken, um alles zu vergessen. Die blumigen, kräftigen Formulierungen und Metaphern in Lunfardo, der "Kiezsprache" der kleinen Menschen auf der Straße, sind schwer zu übersetzen. Nachdem Discépolo, ein Mann der Nacht und der Cabarets, eine neue Melodie ersonnen hatte, suchte er, die Melodie weiter im Kopf summend, um sie nicht zu vergessen, die Hilfe seiner Musikerfreunde: Er selbst konnte keine Noten schreiben! Er widmete den Tango einer guten Freundin, der Sängerin Azucena Maizani. Sie präsentierte den Tango im März 1928 im Rahmen eines Theaterstücks erstmals der Öffentlichkeit und nahm es eine Woche später selbst auf. Esta noche ging sofort viral, wurde in allen Gassen gepfiffen, die zahlreichen Aufnahmen des selben Jahres, die zum Teil unmittelbar in den folgenden Wochen entstanden, bezeugen die gewaltige Resonanz, die dieser Tango auslöste und die bis nach Spanien und Europa reichte. Bis heute entstanden viele Dutzende Aufnahmen dieses großartigen Werkes.
Der Tango
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Unzählige Versionen aus vielen JahrzehntenAus der Kleinigkeit, dass ich einige Versionen dieses Tangos vorstellen wollte, wurde eine größere Reise durch die Geschichte sowie die Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten des Tango argentino. Die vielen Versionen finden sich in einer Youtube-Playlist. Die eine oder andere Version fehlt: (Paulino (1980), Karaoke, Michel Delon (1987), Gustavo Ruíz (2026, AI?)) | |
Azucena Maizani (1928)Die Sängerin, Komponistin und Schauspielerin Azucena Maizani (1902-1970), eine der wichtigsten weiblichen Protagonistinnen des Tango in den Zwanzigern und Pionierin für nachfolgende Künstlerinnen, trat oft in Männer- bzw. Gaucho-Kleidung auf und galt als Pendant zu Carlos Gardel. Sie präsentierte Esta noche me emborracho im März 1928 im Rahmen eines Theaterstücks des berühmten Theatermanns Ivo Pelay (1893 - 1959) erstmals der Öffentlichkeit im Teatro Maipo und nahm es eine Woche später selbst auf. Die zahlreichen Aufnahmen von 1928 bis 1930 Jahres bezeugen die gewaltige Resonanz, die dieser Tango auslöste. Für das nächste Jahrzehnt lassen sich keine weiteren Aufnahmen finden Erst 1942 wurde der Tango wiederentdeckt und in den folgenen Jahren immer wieder neu interpretiert. | |
Alberto Vila (1928)Noch ein paar Tage vor ihr stand der Sänger Alberto Vila (1903-1981), begleitet von Gitarren Anfang April 1928 im Studio. Vila, zuvor Bankangestellter in Montevideo, startete seine Karriere als Imitator von Carlos Gardel, um anschließend v.a. als populärer Sänger und Schauspieler aktiv zu sein. | |
Francisco Canaro – Charlo (04.04.1928)Charlo (1906-1990), Sänger, Komponist, Pianist, Schauspieler interpretierte den Tango Ende der Zwanziger, begleitet von Canaros (1888-1964) Sextett genauso intim, sensibel und erfolgreich wie Gardel in hunderten von Aufnahmen in unterschiedlichsten Formationen und Orchestern, wurde aber nicht wie Gardel zum Mythos, zur Tango-Ikone. | |
Orquesta Tipica Victor – Instrumental (09.04.1928)Das von Adolfo Carabelli geleitete Hausorchester der Plattenfirma Victor intoniert lebendig und nett schiebend. | |
Juan D'Arienzo – Carlos Dante (1929)1929 nahm Dante den Song als Tango cancion auf, auf der Disk steht begleitet von ... D'Arienzo. Dante singt den ganzen Text, die Textur, die Struktur des Tango ist freier, es ist ein Tango zum Hören. Auch Canaro nahm in diesen Jahren viele Tangos oft mehrfach auf, z.B. zum Tanzen mit Charlo und als Tango cancion mit Ada Falcon. | > |
Juan Maglio – Carlos Viván (1928)Juan Maglio "Pacho" (1881-1934), Bandoneon, war vor 1930 erfolgreich, also in der Zeit der Tango-Sextette, die von der Weltwirtschaftskrise 1929/1930 beendet wurde. Carlos Viván (1903-1971) leitete seinen Künstlernamen von seinem Aushilfsjob als Schaufensterpuppe, maniquí vivant, ab. | |
Osvaldo Fresedo – Ernesto Famá (03.051928)Famá, der seine populärsten Phase bei Canaro um 1932 und um 1939 hatte, singt als Estrebillista im Sextett von Osvaldo Fresedo, der in diesen Jahren so erfolgreich war, dass er zeitweise fünf Formationen gleichzeitig in der Stadt spielen ließ. | |
Francisco Lomuto – Instrumental (05.06.1928) | |
Carlos Cardel (1928)Begleitet wird El Zorzal von den Gitarristen José Ricardo und Guillermo Barbieri. | |
Trio Argentino – Agustín Irusta, Roberto Fugazot, Lucio Demare (1930)Kaiser Francisco Canaro hatte die drei Musiker, die in den Zwanzigern in seinem Tango-Imperium wirkten, zu einem in Gaucho-Kostümen auftretenden Trio geformt, dass bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs 1936 in Spanien extrem erfolgreich war. | |
Enrique Alessio (Dir.) – Alberto Castillo (1946)Castillo startete als erster der großen Sängerstars 1943 eine erfolgreiche Solokarriere anstatt Sänger eines Orchsters zu sein. Nun stand sein Name an erster Stelle, er wurde von seinem Orchester begleitet, das Enrique Alessio leitete. Das Arrangement richtet sich nur noch bedingt an Tänzer, es dient, typisch für den Tango canción, mehr der Begleitung der Stimme. =>Der Gesang im Tango argentino | |
Charlo – Im Film Carnaval de Antaño (1940)Unter Teilnahme vieler Tangogrößen blickt dieser Film schon 1940 auf die gute Zeit des Tango und auch des Carnaval zurück. | |
Rodolfo Biagi – Carlos Saavedra (1946)Wie so oft, wenn Biagi sein Arrangement über einen Tango wirft, klingt es anschließend vor allem nach Biagi, während der Charakter der jeweiligen Tangos fast etwas verschleiert wird. Aber vielleicht inspiriert gerade deswegen diese Version in der Milonga am meisten. | |
Juan D'Arienzo – Alberto Echagüe (1946)Es tanzen Maria Filali - Gianpiero Galdi. Esta noche ... wird kaum für Präsentiationen gewählt, und wenn, dann einzig D'Arienzos Version. | |
Hugo del Carril (1946) im Film A media luzHugo del Carril (1911-1989), Sänger, z.B. als Estrebillista aller Combos, die bei Radio del Publo spielten, bei Donato oder oft solo, Schauspieler in zahlreichen Tangofilmen, später selbst Regisseur sowie Anhänger von Peron, weswegen er 1955 ins Exil nach Mexiko ging, war in den Fünzigern sehr populär und ist auf Schellacks meist in Gitarrenbegleitung zu hören. | |
Hugo del Carril, begleitet von Gitarren (1950??) | |
Orchester Mario Visconti – Mario Visconti (1950)Visconti (1908/Barcelona – 2000/Barcelona) war ein spanischer, aber auch international über Jahrzehnte v.a. in Spanien aktiver Sänger von Tango und Folkore, der aber auch in ganz Europa, Türkei, Iran und Ägypten tourte, zeitweise in Buenes Aires auftrat unf oft mit Eduardo Bianco zusammenarbeitete. | |
Victor Buchino (Dir.) – Edmundo Rivero (1951)Edmundo Rivero hatte seine größte Zeit in den Jahren vor und nach 1950 als Nachfolger von Francisco Fiorentino im Orchester von Aníbal Troilo. Wie Castillo arbeitete er viele Jahre als Sänger-Star, der sich von seinem Orchester begleiten lässt. | |
Carlos Demaria (Dir.) - Miguel Montero (1951)Miguel Montero (1922 - 1975) begann mit jugendlichen 16 Jahren seine Sängerkarriere, die ihren Höhepunkt in den 1950ern bei Osvaldo Pugliese sowie als Solo-Sänger-Star fand. | |
Francisco Canaro – Alberto Arenas (1953)Canaros (1888-1964) zweite, 25 Jahre später aufgenommene Version hat trotz des etwas symphonischen Arrangements ein durchaus treibendes Marcato, ist aber, auch das ist typisch für den späteren Canaro, etwas charakterlos. | |
Juan D'Arienzo – Alberto Echagüe (1954)D'Arienzos dritte Versionen ähnelt der zweiten sehr, ist aber wegen des Aufnahmeverfahrens mit Magnetbändern, wegen des größeren Orchesters und anderen Klangerwartungen voluminöser. | |
Vieri Dinazini (Dir.) – Lita Morales (1955)Lita Morales hatte ihre große Zeit um 1940 als eine von drei Stimmen im Orchester von Edgardo Donato. Nach der Auflösung des Orchesters, vielleicht auch wegen einer Dreiecks-Beziehung zwischen dem Sänger-Trio (hier gibt es mehr dazu), haben wir aktuell keine Informationen über ihr Leben. Nur mit einigen wenigen Aufnahmen um 1955 wird sie wieder greifbar, darunter Esta Noche .... Vieri Fidanzini (1904-1963), der 1920 aus Florenz nach Argentinien einwanderte, leitete erfolgreich Orchester verschiedener Stile wie Jazz (... was auch immer das in der jeweiligen Zeit umfasst...), Unterhaltungsmusik, und um 1955, auch Tango mit Lita Morales. | |
Raúl Iriarte e orquestra - Raul Iriarte (1957)Als eine der großen Stimmen im Orchester von Miguel Caló machte Iriarte (1916-1982) zwischen 1943 und 1945 als erster Höhepunkt seiner Karriere 43 Aufnahmen. Im Rahmen seiner Solokarriere ab 1947/1948, begleitet von einem Orchester, das Ismael Spitalnik leitete, tourte Iriarte regelmäßig durch die Länder Südamerikas und Mexikos, wo er über Jahrzehnte als eine der populärsten Stimmen des Tango brillierte. Iriarte ließ sich schließlich in Kolumbien nieder, kehrte 1972 für späte Aufnahmen mit Caló nach Buenes Aires zurück, um seine Karriere als Veranstalter und Manager jüngerer Tangogrößen zu beenden. | |
Héctor Grané es son Orchestre – Instrumental (1957)Héctor Grané war als herausragender Pianist wesentlich für den betörenden Sound des Orchesters von Pedro Laurenz in den Jahren nach 1940 verantwortlich (=> mehr darüber). In den Fünfziger Jahren brillierte er in Paris als Leiter eines der bedeutendsten französischen Tangoorchester, das auch regelmäßig durch Europa tourte. | |
Manuel Pizarro et son grand orchestre – Instrumental (1959)Pizzaro(1895-1982) war zunächst ab 1920 einer der wichtigsten Botschafter des Tango in Paris mit zahlreichen Aufnahmen, unternahm aber aber auch viele Tourneen durch Europa. Wegen des Krieges kehrte er 1941 nach Argentinien zurück, setzte sich aber seit 1950 bis Ende der Fünziger wieder in Paris für die Popularität des Tango ein. | |
Angelo Pinto – Instrumental (1959)Bis Ender der Sechziger Jahre hatte Frankreich eine große Tanzorchester-Tradition, die zwar rhythmisch etwas standartisierte, aber dennoch sehr liebliche typische Tangos spielten. Beispiele sind Bachicha, Quintin Verdu, Orlando et son Orchestre Argentin, Orlando et son Orchestre du Bagdad, Ramon Mendizabal, Mantovani and his Tipica Orchestra, Jose Lucchesi et son Orchestre sowie Angelo Pinto. | |
Orquesta Montilla – Instrumental (1959)Ähnlich geartet, musikalisch aber weniger überzeugend klingt dieses damals populäre spanische Tanzorchester. | |
Donato Racciatti – Carlos Roldan (1959)Mit seinem simplen, aber treibenden, fröhlichen Marcato repräsentiert Racciatti den uruguayischen Tango, Höhepunkt seines jahrzehntelangen Schaffens, einschließlich zahlreicher Touren durch die Länder Südamerikas, waren die späten Fünfziger mit den herausragenden Sängerinnen Olga Delgrossi und Nina Miranda. Seine berühmteste Komposition ist Hasta siempre amor. | |
Donato Racciatti – Tania (1959)Tania (1894-1999), geboren in Toledo/Spanien als Ana Luciano Divis, sang zunächst erfolgreich in Spanien als La Lucianito, nach Heirat mit einem mexikanischen Tänzer war sie bekannt als Tania-Mexicán. Auf einer Tour durch Argentinien 1927/1928 verliebte sie sich in Enrique Santos Discépolo und blieb bis zu dessen Tod 1951 seine Partnerin. Nach dem Sturz Perons lebte die in den Vierzigern und Fünfzigern sehr populäre Sängerin und Filmschauspielern mehrere Jahre im Ausland, konnte nach ihre Rückkehr in der dahinsiechenden Tangoszene zunächst nicht mehr Fuß fassen, wurde aber in der Renaissance des Tango seit Mitte der Achtziger Jahre wiederentdeckt und trat erneut im Fernsehen und auf der Bühne auf. | |
Enrique Mendéz (Dir.) (Kolumbien) – Julio Martel (1960?)Julio Martel (1923-2009) bildete zusammen mit Carlos Dante (1906-1985) das legendäre Sängerduo im Orchester von Alfredo de Angelis, wo er von 1943 bis 1951 den Höhepunkt seiner Karriere erlebte und auch in zwei Tangofilmen mitwirkte. In den Fünfzigern tourte Martel neben Solo-Aktivitäten in Buenos Aires regelmäßig durch Südamerika, verbrachte aber, wegen der besonders großen Erfolge dort, vor allem viele Jahre in Kolumbien. Eines seiner Orchester leitete der Bondoneonist Enrique Mendéz.. Seinen Künstlernamen Martel erhielt Julio Pedro Harispe, als auf sein Debüt bei De Angelis mit einem Cognac namens Martel angestoßen wurde. | |
Orquesta de Salvador Ruiz de Luna (Spanien) – Charlo (1960?)1959/60 finden wir Charlo in Madrid, wo er Salvador Ruiz de la Luna Aufnahmen klassischer Gardel-Nummern im Stil von an klassischer Musik orientierter europäischer Orchester macht. | |
Victor Braña (Dir.) – Carlos Dante (1965)Carlos Dante(1906-1985) sang in den spätern Zwanzigern in Buenos Aires u.a. in D'Arienzos erstem Orchester, aber auch in Paris mit Rafael Canaro oder Manuel Pizzaro, lieh in den Dreißigern seine Stimme Francisco Canaro sowie dem frühen Orchester von Miguel Caló, zog sich dann eine Weile aus dem Nachtleben und der Musikszene zurück, bis De Angelis das legendäre Duo Dante/Martel formte. 1957 trennte sich Dante von De Angelis. Victor Braña (1911-1989), Geige und Arrangeur, u.a. bei Alfredo De Angelis, Angel D'Agostino und Fulvio Salamanca, begleitete in den Sechzigern mit seinem Orchester große Sängerstimmen, darunter 1965 die letzten Auftritte und Aktivitäten von Dante. | |
Florindo Sassone – Mario Bustos (1966) | |
Adolfo Beron – Solo-Gitarre – Instrumental (1962)Adolfo Beron (1915-1982), berühmter Gitarrist, ältester der vom Vater extrem geförderten Musikergeschwister Elba, Rosa, José und natürlich Raúl Beron, intoniert sehr erdig und gut tanzbar. Er begleitete sich selbst und große Stimmen und betrieb eine Weile eine Tango-Bar in Mar del Plata. | |
Manolo Fernandez (El Caballero del Tango) (1973)Fernandez war ein vor allem in Cuba sehr aktiver und anerkannter Sänger. | |
Alfredo de Angelis - Scheitern an Gardel-Reloaded (1974)Der Tangogott Carlos Gardel wollte nie zusammen mit Orchestern für Tanzende singen, schließlich gab es damals noch keine vernünftigen Mikrophone. De Angelis nahm sich heraus, diese Lücke zu schließen. Mitte der 70er-Jahre ließ sich De Angelis dazu hinreißen, die bewährten Elemente seines Tango-Baukastens, z.B. hektische Läufe der fiddelnden Geigen und sehr beliebig wirkende Bandoneonphrasen, in viel zu unruhigen Arrangements um die Stimme der Tango-Ikone zu arrangieren.Das Ergebnis ist niederschmetternd schlecht. | |
Las Solistas de D'Arienzo – Alberto Echagüe (1975)Weil D'Arienzo 1972 erkrankte, gestattete er seinen besten Musikern während der zweiten Japan-Tournee des Orchesters als Los Solistas de D'Arienzo aktiv zu bleiben, unterstützt von D'Arienzos wichtigsten Stimmen, Alberto Echagüe und Osvaldo Ramos. Carlos Lázarri, seit 1951 erstes Bandoneon, Organisator, Arrangeur und Vertrauter von D'Arienzo, leitete die Gruppe, erbte nach D'Arienzos Tod 1976 die Nachfolgerechte und war Kopf sowohl der Solistas als auch des späteren Orquesta Símbolo Juan D'Arienzo. Regelmäßige Tourneen nach Japan sowie bis zu 30 Auftritte pro Monat zeugen von der anhaltenden Popularität der Truppe, die in Japan auch mehrere LPs einspielte, die man auf Bandcamp restauriert nachhören kann. Facunda Lázarri, Carlos Enkel, führt seit 2012 mit La Juan D'Arienzo die Tradition D'Arienzos sowie seines Onkels, von dem er viele notierte Arrangements übernehmen konnte, extrem erfolgreich und überzeugend fort. | |
Hugo Jordan – mit Orchester (1985)Hugo Jordan, geb. um 1940 startete seine Karriere 1964 als Sänger im Begleitorchester des legänderen, um die Welt tourenden Tanzpaares Juan Carlos Copes und Maria Nieves, verliebte sich in Mexiko und ließ sich dort nieder. Er galt und gilt dort nach einer 65-jährigen Karriere als Señor del Tango, als wichtigste Stimme des Tango, nahm über 20 LPs auf und mischte Tango mit mexikanischer Folklore. | |
Carlos Montero - Solo Gitarre (1991)Carlos Montero (*1938 - 2016), Folklore-Gitarrist (Zambas, milongas, chacareras... y tangos), wanderte 1959 mit 21 Jahren als Begleiter des legendären Mundharmonikavirtuosen Hugo Diáz von Argentinien nach Spanien aus. Diáz hatte eine Gruppe von 12 Künstlern zusammengestellt, kehrte aber selbst zusammen mit seiner Frau einige Jahre später nach Argentinien zurück, während Montero in Spanien blieb. Ab 1972 konzentrierte er sich auf das Repertoire des traditionellen Tango und veröffentlichte als Sänger und Gitarrist dutzende LPs und war damit einer der wichtigsten Vertreter des Tango in Spanien. | |
Malevaje – Antonio Bartrina (1991)Gegründet 1985 in Madrid als Teil der gegenkulturellen Bewegung der Post-Franko-Zeit namens movida madrileña interpretiert die Gruppe in wechselnden Besetzungen über drei Jahrzehnte Tangos in einem traditionellen, aber auch kernig-erdigem Stil. | |
Osvaldo Pugliese – Instrumental – live in Japan (1989)Osvaldo Pugliese ist der einzige der Großen Vier, der die Renaissance des Tango in den Achziger Jahren miterlebte und mitgestaltete. Der nicht mehr junge Meister genoss die politische Freiheit nach den Jahren der Unterdrückung und Verfolgung und realisierte weltweit sehr erfolgreiche Tourneen, auch in Japan wurde das Orchester frenetisch gefeiert. | |
Osvaldo Pugliese – Instrumental – live in der Casa Rosada (1994) Zumindest im Youtube-Video klingt es eher nach Hexenmusik. | |
Liliana Felipe (2005)Liliana Felipe (*1954) ist eine extrem vielseitige, für Freiheit, Gleichberechtigung, Menschen- und Tierrechte kämpfende Künstlerin und Aktivistin. Erste Aufnahmen entstanden 1980, viele ihrer 500 Kompositionen, die auf 25 CDs erschienen, sind Teil ihres politischen Kampfes. | |
Trio Carla Pugliese – Live – (2015?)Carla (*1977) ist Enkelin Osvaldo Puglieses und Tochter von dessen einzigen Tochter, Beba Pugliese. Ausgebildet von ihrer Mutter veröffentlichte die sehr produktive Musikerin und Komponistin 2004 eine Tango-CD mit Eigenkompositionen, die für den Prix Gardel 2005 nominiert wurde, während sie 2006 den Preis erhielt. Hier findet sich eine Playlist ihrer Musik, die mehr durch innovative Elektronik, Loops und Klangexperimente als durch Virtuosität glänzt. | |
La Juan D'Arienzo – Fernando Rodas (2016) | |
Emiliano Castignola (2017)sang unter anderem mit dem Orchster Sans Souci, Cabaret (2017) war sein erstes Soloprojekt. | |
Luis Fernando Velez Ossa (2022)Im Rahmen der kolumbianischen, aber in ganz südamerika sehr populären Castingshow Yo me llamo (- Carlos Gardel) des kolumbianischen Kanals Caracol Televisón präsentiert Jimenez Luis Fernando Velez ossa eine überzeugende Gardel-Kopie. | |
Alberto Callas – Solo mit Gitarre (2025)Eine kernig-erdige, gefühlvoll interpretierte Version. | |
Lisandro Adrover – mit Osvaldo Berlingieri Trio (2025) | |
Mario D'Boedo (2026)Mario D'Boedos Musik findet sich auf Bandcamp. | |
xx | youtube |
Esta noche me emborracho |
Heut Nacht besaufe ich mich |
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Sola, fané, descangayada, la vi esta madrugada salir de un cabaret; flaca, dos cuartos de cogote y una percha en el escote bajo la nuez; chueca, vestida de pebeta teñida y coqueteando su desnudez, parecía un gallo desplumao mostrando al compadrear el cuero picoteao yo que sé cuando no aguanto más al verla así rajé, pa` no llorar. |
Allein, schlaff, zerzaust Sah ich sie heute früh aus einem Cabaret kommen, Dünn, mit einem langen Hals Und einem Kleiderbügel im Ausschnitt. Abgefuckt, angezogen wie ein Teenager, Gefärbt und flirtend mit ihrer Nacktheit. Sie sah aus wie ein gerupfter Hahn und präsentierte ihre zerschundene Haut. Ab wann ich es nicht mehr ertrug, ich weiß es nicht. Als ich sie so sah, ging ich, um nicht zu weinen |
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Y pensar que hace diez años fue mi locura que llegué hasta la traición por su hermosura que esto que hoy es un cascajo fue la dulce metedura donde yo perdí el honor; que chiflao por su belleza le quité el pan a la vieja
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Und zu denken, dass sie mich zehn Jahren zuvor völlig verrückt machte! Dass ich für ihre Schönheit alles verriet! Dass sie, heute nur noch ein Haufen Schrott, einmal der süße Fehltritt war, der mich meine Ehre verlieren ließ, dass ich, dermaßen verrückt nach ihrer Schönheit meiner Mutter ihr Brot raubte, |
me hice ruin y pechador, que quedé si un amigo, que viví de mala fe que me tuvo de rodillas, sin moral, hecho un mendigo cuando se fue. |
ich niederträchtig wurde und rumbettelte. Dass ich ohne Freund blieb, Dass ich in schlechter Absicht lebte Dass sie mich auf die Knie zwang, ohne Moral, ich war wie ein Bettler als sie ging |
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Nunca soñé que la vería en un resquiesca in pache tan cruel como el de hoy; mire si no es pa´ suicidarse, que por ese cachivache sea lo que soy. Fiera venganza la del tiempo que le hace ver de cerca lo que uno amó; este encuentro me ha hecho tanto mal que si lo pienso más, termino envenenao, esta noche me emborracho bien me mamo bien mamao pa` no pensar. |
Ich hätte nie gedacht, sie jemals so zu sehen, als ein "Ruhe in Frieden", so grausam wie das Heutige Hey, wenn ich mich deswegen mal nicht umbringe, dass ich wegen dieser Verkommenen bin, was ich bin! Oh grausame Rache der Zeit Die einem so nah zeigt, was man einst liebte. Diese Begegnung hat mir so weh getan, dass, wenn ich weiter darüber nachdenke, ich wie gelähmt bin. Heute Nacht saufe ich mir einen Rausch an. Ich knalle mich voll, richtig voll! Um nicht zu denken! |